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Der Traum vom Fliegen …

Im Heinsberger Land kann man auch hervorragend den Flugschein machen. Im folgenden wirft Andreas Berger einen ganz persönlichen Blick auf seine Erfahrungen bei der Flugschule Peters aus Heinsberg.

Das 1 x 1 der Piloten
Flugtheorie ist gar nicht so schwer

Als Mittvierziger ist der Gang zur Schule lange her. Dennoch zog ich es in Erwägung einen Flugschein zu machen. Doch wie schwer ist die Theorie, ist das zu schaffen? Wie alles überhaupt anfing …

Mein Freund Stefan und ich saßen abends vor dem Computer und wühlten uns sinnlos durch das world-wide-web. Da sagte Stefan: „ … lass uns doch mal im Internet nachschauen, was es da so an interessanten Flugzeugen gibt …“. Gesagt getan! Ich  hatte bis dato mit der Fliegerei eigentlich wenig am Hut und da passierte es: wir stießen auf ein Flugzeug, was ein Nachbau eines Oldtimers zu sein schien. Es sah aus wie ein Doppeldecker, aber nur mit dem unteren Flügel, dafür aber mehr Spannweite, Pilot und Passagier saßen hintereinander. Der Motor war ein umgebauter Automotor und das Flugzeug besaß neben den gutmütigen Flugeigenschaften zusätzlich noch einen Rettungsfallschirm, an dem im Fall einer Notlage das ganze Flugzeug inklusive Pilot und Passagier sicher zur Mutter Erde gleiten würde. Nach dem Anklicken war es um uns geschehen. Dieses Flugzeug hatte uns derart fasziniert, dass wir beschlossen, uns auf die Suche nach netten Leuten zu machen, die ein solches Flugzeug besitzen, um es zu sehen und  darin zu sitzen und vielleicht einmal mitzufliegen. Nach einigen Telefonaten lernten wir Uli in Heinsberg kennen, der uns bereitwillig anbot mit zu fliegen.

©Foto: Flugschule Ulrich Peters

Wir waren total begeistert und es folgten mehrere Treffen und mehrere Flüge mit unvergesslichen Eindrücken. Uli sagte: „Hier bin ich aufgewachsen, später wollte ich in eine größere Stadt und seit 10 Jahren lebe ich wieder hier und freue mich an jedem Tag diese schöne Landschaft immer wieder neu zu erleben“ Über das Heinsberger Land zu fliegen hat mich sehr berührt, die Stadt mit ihrem mächtigen Selfkantdom auf dem Burgberg, der Lago mit seinem tiefblauen, fast türkisfarbenem Wasser, der gewaltige Flugplatz der NATO, der weite Blick in die Eifel, sogar das Siebengebirge konnte man sehen.

©Foto: Flugschule Ulrich Peters

Ein erster Blick von oben auf den „Selfkantdom“ in Heinsberg

 

©Foto: Flugschule Ulrich Peters

Und schon ist auch der Lago Laprello im Osten Heinsbergs in Sicht.

 

©Foto: Flugschule Ulrich Peters

Wunderschön, wie die Rur sich durch die Landschaft schlängelt.

 

©Foto: Flugschule Ulrich Peters

Eine Stippvisite zu den Maasseen bei den niederländischen Nachbarn durfte nicht fehlen.

 

©Foto: Flugschule Ulrich Peters

Effelder Waldsee

 

©Foto: Flugschule Ulrich Peters

Baggerseen bei Forst. Blick über Unterbruch nach Wassenberg.

 

©Foto: Flugschule Ulrich Peters

Wir nähern uns wieder dem Lago Laprello.

 

©Foto: Flugschule Ulrich Peters

Leider heißt es jetzt: Alles klar zur Landung.

Das alles hat mich derart überwältigt, dass ich endgültig vom Flugvirus befallen wurde. Stefan hielt es nicht mehr aus und machte in Rekordzeit seinen Flugschein in Weimar. Mir fehlte damals das nötige Kleingeld dazu. Mit der Zeit ging es mir aber finanziell immer besser und ich erinnerte mich wieder an Uli, der inzwischen Fluglehrer geworden war und eine eigene Flugschule besaß.

©Foto: Flugschule Ulrich Peters

 Mein Fluglehrer Uli.

Ich vereinbarte einen Rundflug und sprach ihn auf mein Vorhaben an. Er grinste mich nur an und sagte: „Nächste Woche fängt ein neuer Kurs an, wenn du möchtest, kannst du mit einsteigen!“ Tja, was soll ich sagen, ich hab´s gemacht! Nach der ersten Fahrt zum Unterricht kamen allerdings Zweifel über das Vorhaben auf, da ich im Berufsverkehr fast 2 Stunden (!) von Solingen nach Heinsberg gebraucht habe, wofür ich an einem Wochenende gerade mal die Hälfte brauchte. Aber die Zweifel hielten nicht lange.

Angefangen hat Uli mit dem Thema Technik und erklärte den Unterschied zwischen geometrischer und aerodynamischer Schränkung. Die Art und Weise wie er das „schwierige“ Thema rüberbrachte, beeindruckte mich derart, dass mir die Anfahrtszeit schnuppe wurde. Egal, welches Kapitel er aufschlug, öffneten sich in meinem Kopf Tore für das Verständnis, so dass ich mir nach den Erklärungen immer wieder sagen konnte: „…ach ja, na klar, logisch….“  Auch beim Thema Navigation, wovor ich mich im Vorfeld etwas fürchtete, hatte Uli eine Methode entwickelt, dies für uns verständlich zu machen. Ich schreibe das hier nicht, weil ich ihn von damals her kenne, nein, ich schreibe dies, weil es so ist! Vielleicht mag es den einen oder anderen geben, der eine andere „Sprache“ spricht, aber in unserem Falle war dies genau richtig. Auch das Harmonisieren innerhalb der Gruppe war hervorragend. Obwohl hier alles bunt vertreten war, vom Beamten, über einen KFZ-Meister, einer selbstständigen Optikerin etc., war alles vertreten. Wir verstanden uns auf Anhieb gut und es wurde natürlich geduzt. Wir trafen uns nach Absprache einmal die Woche montags.

Nach fast fünf Monaten war es soweit: Theoretische Prüfung, oh Gott, oh Gott. Ich hatte beruflich kaum Zeit, zuhause den Fragenkatalog durchzugehen und fühlte mich eigentlich überhaupt noch nicht bereit für eine Prüfung. Uli beruhigte mich, da er vorhabe, vorher mit allen eine simulierte Prüfung zu machen. Diese Idee fand ich hervorragend, da man hier schnell erkennen kann, ob man es schaffen kann, oder wirklich noch einiges tun muss. Und siehe da, drei Themen mit null Fehlern, eines mit einem und zwei mit je zwei Fehlern, demnach hätte ich bestanden. Der Prüfungstermin sollte kurz vor Weihnachten stattfinden, doch der Prüfer war kurzfristig verhindert, so dass der neue Termin auf den 5. Januar gelegt wurde, was mir genügend Zeit zum Üben gab. Mit meiner Frau ging ich die multiplechoice Fragen Thema für Thema durch, bis alles saß. Ich nutzte diese Zeit fleißig.

Ich fuhr zum Prüfungstermin und hatte Zeit mir im Auto alle möglichen Szenarien durchzuspielen, vom vollkommenen Blackout bis hin zu: „… wird schon irgendwie gut gehen“. Insgesamt standen fünf Prüflinge auf der Matte und die Anspannung war zu spüren. Bei einigen Fragen war ich plötzlich so unsicher, dass ich sie mir für das Ende aufgespart habe, jedoch grundlos. Wir alle hatten bestanden (!) und waren deutlich erleichtert. Theoretisch durften wir jetzt fliegen, aber halt nur theoretisch. Im Anschluss an die Prüfung sind wir gemeinsam mit Uli noch in ein Restaurant gegangen, um den Erfolg zu feiern. Stolz mit geschwollener Brust präsentierte ich Zuhause das Ergebnis der Prüfung. Im Nachhinein ist es schade, dass es schon vorbei ist! Aber es kommt ja noch die Praxis mit Flugstunden, worauf ich mich sehr freue.

Ich hoffe, nun bald meinen Traumflieger mein Eigen nennen zu können.

©Foto: Flugschule Ulrich Peters

Fazit:
Es ist nicht schwer, durch die Theorie zu gehen, wenn man eine Flugschule findet, welche dieselbe Sprache spricht und im Flugverein interessante Leute kennenlernt, die eine Leidenschaft verbindet. Dann macht es sogar richtig Spaß und man freut sich jedes Mal auf das Zusammentreffen mit allen Teilnehmern.

Jetzt geht es an die Praxis, mal sehen, wie ich mich da anstelle …

©Foto: Flugschule Ulrich Peters

http://www.ul-heinsberg-selfkant.de/info.php

 

von Andreas Berger
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