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Eine Entschleunigungs-Fototour im Selfkant

Ein beruflicher Termin wurde kurzfristig aus gesundheitlichen Gründen abgesagt. Somit ergibt sich mir die Möglichkeit früh morgens mein altes Hollandrad „Lotta“ herauszunehmen und eine Tour in der näheren Umgebung zu unternehmen. Es wird eine entschleunigte Fahrt werden, denn es wird langsam mit dem Drahtesel vorangehen. Alles wird per purer Muskelkraft angetrieben. Lotta hat keine Gänge, keinen Hilfsmotor, sie verfügt über eine Rücktritt- und eine Vorderbremse und einen schönen Korb, wo ich heute meine kleinere Kameraausrüstung (bestehend aus Kamera und Reiseteleobjektiv) mitnehmen werde. Verschiedene Punkte möchte ich mit dem Rad ansteuern und sehen, welche schönen Motive sich mir präsentieren werden. Nach den sehr schönen frühlingshaften Tagen kündigen bereits am Morgen Schäfchenwolken und eine gewissen Feuchtigkeit in der Luft den herbeikommenden Wetterwechsel an.

Früh am Morgen auf den Feldern zwischen Havert & Höngen im Selfkant

Von Schalbruch aus fahre ich Richtung Havert, wo ich den Fahrradweg entlang des Saeffelbachs benutze, um nach Höngen zu gelangen.

Das Licht wechselt: Mal kommt die Sonne heraus, mal versteckt sie sich hinter den Wolken. Daraus ergeben sich diverse für das Fotografieren mehr oder minder günstige Lichtverhältnisse, die aber auch für interessante Motive sorgen. Am Bach plätschert das Wasser dahin und manche kleine Steinstufen verwirbeln das kühle Nass, so dass der Bach immer wieder gut durchlüftet wird.

Kleine Steinstufen am Saeffelbach sorgen für eine gute Durchlüftung des Gewässers

Auf dem Weg nach Höngen passiere ich einen Buchenwald. Hohe gerade wachsende Buchen befinden sich hier, und an manch heißen Tagen im Sommer kühlen sie die Luft merklich ab und spenden wohltuenden Schatten. Jetzt wandelt ihr Laub den Boden in einen braunen Teppich um und im Laufe der Zeit wird dieser mit und mit neuen Humus bilden. Das lichte Kronendach erlaubt zurzeit einen Blick gen Himmel: Schäfchenwolken in blauem Hintergrund lassen sich beobachten.

Der Buchenwald bei Höngen im Selfkant

Weiter radle ich nach Höngen. Von da aus nehme ich die Brücke über die B56n. Es ist nur eine kleine Steigung, aber da meine Lotta sehr spartanisch ausgestattet ist, kommt es mir vor, als ob ich die Seealpen in Italien überqueren müsste (ich spreche da aus Erfahrung). Auf dem Weg nach oben mache ich ein paar Bilder …

Der Baum & der Himmel

Von der Brücke aus rolle ich bergab und fahre durch den Wald Richtung Süsterseel. Der Wald besteht vorwiegend aus Kiefern und Eichen. Eine kleine Parzelle aus Fichten fällt mir auf; Hier mache ich einen Halt, um ein paar Fotos zu schießen und die schönen Eindrücke dieses Waldes einzufangen.

Ein Waldweg (zwischen Höngen & Süsterseel im Selfkant)

Nun rolle ich zum Baggersee, den ich persönlich „Laghetto“ nenne, befand sich doch einst die berühmte „Löwensafari“- Anlage an diesem Ort. An einem geeigneten Platz muss Lotta mal alleine bleiben. Ich schnappe mir die Kamera und schaue auf den wunderschönen kleinen See hinunter. Ein Graureiher ist auf einer Kiefer hoch oben gelandet und blickt ruhig gen See und verschafft sich einen Überblick über die Gesamtlage. Graugänse kommen und gehen, betreiben Gefiederpflege und trinken, zwei Erpel fighten um die Gunst eines jungen Stockentenweibchens, das ganz gelassen dort unten seine Runden schwimmt. Weiterhin dreht ein Kormoran seine Runden, um schließlich auf dem Wasser zu landen und um dort seine Tauchgänge zu machen. Kurz gesagt: Es ist so einiges los und ich beobachte und fotografiere das tierische Treiben. Es sind Augenblicke, die man/frau nicht vergisst.

Der Baggersee

Die Landung eines Grauganspärchens auf dem See

Ich fahre noch an zwei nahe gelegenen Anglerteichen vorbei. Friedlich liegen sie da. Hier herrscht noch winterliche Ruhe. Am ersten Teich sitzt ein Graureiher auf einem größeren Haselnussstrauch und ruht.

Der ruhende Anglerteich

Der andere Teich sieht eher urig aus. Alte und abgebrochene Stämme liegen herum und bilden eine natürliche Brücke zu einem Hügel, der sich mitten im Teich befindet. Zwei Becken sind diesem Anglerteich vorgelagert. Eins davon war ursprünglich ein Teich. Dieses alte stehende Gewässer wird jedoch nicht mehr zum Angeln genutzt. Das andere Becken verlandet langsam und dient zurzeit eher als kleines Feuchtbiotop, wahrscheinlich ein wunderbares Paradies für Frösche und für andere Amphibien. Einen Moment lang genieße ich den Anblick auf diese Wasserlandschaft. Ein Stockentenpärchen schwimmt am Rand des Teiches an mir vorbei. Obwohl die Vögel an Menschen gewöhnt sind, werde ich genau von ihnen beobachtet und beäugt, bevor sie ins Unterholz verschwinden. Auf der anderen Seite des Teiches dreht einsam eine Nilgans ihre Runden. Es ist ein friedliches Bild.

Der verlassene Teich

Als ich mit Lotta zuhause ankomme, sind weit mehr als zwei Stunden vergangen. Zeit, eine Einheit vom Menschen gemacht, die heute keine Rolle spielte, ……. nur der ewige Augenblick, der Augenblick in der Natur.

INFO: Mehr Bilder unter Fototour 17 unter:
https://www.naturfotografie-fiorone.de/fototouren-1/fotos-februar-2019-fototour-8-17/

von Emanuela Fiorone
www.naturfotografie-fiorone.de
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